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Hilfe für Bootsflüchtlinge sorgt für Diskussionen

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Die "Sea-Watch 3" ist auf dem Mittelmeer als Seenotretter im Einsatz. (Bild: Chris Grodotzki / Sea-Watch.org, Wikimedia, CC BY-SA 4.0)

20. Juli 2019

Menschen zu helfen, ist immer gut. Trotzdem bekommen Seenotretter immer wieder Ärger. Warum?

Beinahe jeden Tag wird in den Nachrichten aktuell über Menschen berichtet, die von Afrika aus über das Mittelmeer nach Europa fahren wollen. Sie nutzen dafür unsichere Schlauchboote, die nicht für so lange Fahrten gedacht sind. Immer wieder gibt es schlimme Unglücke, bei denen viele Menschen sterben. Männer, Frauen und Kinder ertrinken im Mittelmeer. Laut den Vereinten Nationen gab es in diesem Jahr bereits über 500 Tote oder Vermisste. Doch warum wagen so viele Menschen eine derart unsichere Reise?

Die Menschen kommen meist aus afrikanischen Ländern, wo sie in großer Armut leben. Häufig leiden ihre Familien Hunger, Krankheiten sind weit verbreitet, die Gesundheitsversorgung ist schlecht. Viele Menschen fliehen auch vor Kriegen, Terror und Gewalt in ihrer Heimat. In Europa hoffen sie auf Arbeit und ein sicheres Leben. Und sie wollen Geld für ihre Verwandten in der Heimat verdienen, die dann vielleicht etwas besser leben können. Doch fast alle Staaten Europas wollen nicht, dass diese Menschen kommen, warum?

Migration macht vielen Menschen Angst

In Europa fürchten sich viele Menschen vor diesen so genannten Migranten. Sie befürchten, dass immer mehr Menschen aus Afrika hierher kommen und das für Probleme sorgen könnte. Arbeitsplätze und Wohnungen könnten knapp werden, so eine Befürchtung. Andere glauben, dass die Armut in Europa steigen und die Kriminalität zunehmen könnte. Und viele Menschen wollen die Einwanderer einfach deshalb nicht, weil ihnen deren Kultur fremd ist, ihre Religion (häufig der Islam), ihre Bräuche und die Sprache.

Diese Ängste sind teilweise übertrieben, sie haben aber Auswirkungen auf die Politik. In vielen Ländern sind in den letzten Jahren rechte Parteien stark geworden, die Migranten einfach wegschicken wollen. In Deutschland ist das etwa die AfD, in Österreich die FPÖ, in Frankreich Rassemblement National. In Italien, vor allem aber in Osteuropa sind solche Parteien sogar in der Regierung. Länder wie Polen oder Ungarn nehmen praktisch keine Migranten auf. Das Thema ist in der Europäischen Union so umstritten, dass sich die 28 Mitgliedsländer auf keine gemeinsame Politik einigen können. Und das hat Folgen.

Organisationen helfen und bekommen Ärger

Immer wieder überlegen Europas Politiker, wie sie das Chaos und das Sterben auf dem Mittelmeer beenden könnten. Eine Lösung gibt es aber seit Jahren nicht. Stattdessen versuchen private Hilfsorganisationen zu helfen. Sea Eye, Mission Lifeline oder Proactiva Open Arms sind solche Organisationen. Sie fahren mit Schiffen auf dem Mittelmeer und nehmen Migranten aus Schlauchbooten auf, bevor es zu Unglücken kommt. Danach allerdings bekommen sie häufig Probleme, denn kein europäisches Mittelmeer-Land heißt die Migranten willkommen.

Italien und Malta weisen die Rettungsschiffe regelmäßig ab. So war das zuletzt auch bei den Schiffen Sea Watch 3, Alan Kurdi und Alex. Sie alle konnten erst nach etlichen Tagen auf dem Meer, langen Verhandlungen und Protesten die Geretteten in sichere Häfen bringen. Und so ist es derzeit jedes Mal. Teilweise drohen die Länder den Rettern sogar mit Geld- und Gefängnisstrafen, wenn sie mit den Migranten zu ihnen kommen.

Wenn derzeit wieder so viel über die Migranten auf dem Mittelmeer berichtet wird, hat das also gute Gründe. Und die Berichte zeigen ganz deutlich, wie schwer sich die europäischen Länder mit dem Thema tun, selbst wenn es um viele Menschenleben geht. Immerhin ist jetzt der Druck auf die EU wieder größer geworden, eine politische Lösung zu suchen. Ob das Chaos und das Sterben auf dem Mittelmeer bald beendet werden kann, ist jedoch fraglich. Zu groß sind die Meinungsverschiedenheiten, zu groß ist die Unsicherheit und die Angst vieler vor den Hilfesuchenden aus Afrika.


Eure Meinung dazu:

von Stefan Riedel 16. August

Der Artikel ist freundlich geschrieben, lässt aber wichtige Informationen weg. So darf jeder Ausländer bei einer Deutschen Vertretung ein Visum beantragen und dann zusätzlich eine Aufenthalts- oder sogar Niederlassungserlaubnis, wenn er eine Arbeit in Deutschland findet und seinen Lebensunterhalt selbst bestreitet. So regelt es das 2005 inkraftgetretene Zuwanderungsgesetz.

Wenn Menschen aus diesen Ländern sich auf diese legale, heißt gesetzlich erlaubte Weise, per Flugzeug oder Schiff auf den Weg machen würden, würden sie nicht ihr Leben riskieren müssen und zudem viel Geld sparen.

Vielleicht würde eine bessere Aufklärung und Betonung der legalen Möglichkeiten auch Leben retten?

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